Bonding - ein Bund für's Leben!

Bonding - ein Bund für's Leben!

Schön, wenn man ein Bonding erlebt hat. Direkt nach der Geburt sucht das Neugeborene Schutz, Wärme, Liebe und Zuwendung. Es braucht einen sicheren Hafen, der ihn versorgt und ihm Geborgenheit bietet. Da sich der Neugeborene nicht selbst versorgen kann, ist es für ihn überlebenswichtig, so schnell wie möglich Bezugspersonen zu finden, die sich um ihn kümmern. Hier kommen natürlich sofort seine Eltern ins Spiel, die ihren lang erwarteten Nachwuchs nach dem Wunder der Geburt endlich in die Arme schließen können. Und genau dann beginnt das Bonding, womit Psychologen die Entwicklung eines emotionalen Bandes zwischen Eltern und Kind bezeichnen.

 

Was versteht man unter Bonding?

Im Idealfall wirkt Bonding wie ein "emotionaler Sekundenkleber", der Eltern und Kind lebenslang zusammenschweißt. Diese innere Bindung zwischen Eltern und Kind ist die wichtigste und stärkste, die ein Mensch im Laufe seines Lebens eingeht. Dem kleinen Würmchen sichert sie sein Leben und sorgt dafür, dass es Urvertrauen bildet. Den Eltern schenkt diese Bindung so viel Stärke, dass sie in der Lage sind, für ihr Baby alles zu opfern – angefangen beim Schlaf bis hin zur eigenen körperlichen Unversehrtheit in Notsituationen.

 

„Da werden Hände sein, die Dich tragen,

und Arme, in denen Du geborgen bist,

und Menschen, die Dir ohne Fragen zeigen,

dass Du auf dieser Welt willkommen bist."

 

Was ist wenn man kein Bonding erlebt hat, was passiert dann?

Nicht-Willkommensein bedeutet eine lebensbedrohliche reale Gefahr für Embryos und Babys

Die erste prägende Erfahrung in unserem Leben findet schon im Mutterleib statt. Es gibt viele Gründe, sich nicht willkommen zu fühlen und auch nach der Geburt bekommen manche Kinder noch abwertende Botschaften wie:

 

- „Wir haben eigentlich keine Kinder gewollt.“

- „Du warst ein Unfall.“

- „Wegen dir musste ich meine berufliche Karriere aufgeben.“

- „Du hast mein Leben zerstört.“

- „Immer machst du alles verkehrt.“

- “Der Zeitpunkt pass mir jetzt überhaupt nicht”

...oder wie bei mir: „Ich grab ein Loch und schmeisse dich am liebsten rein“

  

Solche oder ähnliche Aussagen der Eltern untergraben das Selbstwertgefühl und können einen Stachel in der Seele hinterlassen.

 

Wie kann sich diese Erfahrung im Leben auswirken?

1. Es bedeutet Gefahr

Oft werden die oben genannten Aussagen wieder abgeschwächt durch Ergänzungen wie: „Aber jetzt freue ich mich, dass du da bist“. Es liegt allerdings in unserer Natur, dass wir für Gefahren empfänglicher sind als für positive Botschaften. Nicht-Willkommensein ist eine lebensbedrohliche Gefahr. Ausgeschlossen zu werden aus dem Clan, der Gruppe, dem Stamm, der Familie bedeutete vor wenigen Jahrhunderten noch den fast sicheren Tod. 

 

2. Entstehung von Glaubenssätzen

Die erste Prägung des Nicht-Willkommenseins entwickelt sich leicht zu einem Glaubenssatz, der das ganze Leben begleitet. In jeder Gruppe, Gemeinschaft, Clique oder Zusammenkunft fühlt man sich dann unsicher und muss immer wieder bestätigt bekommen, dass es okay ist, dabei zu sein. Manchmal traut man sich nur teilzunehmen, wenn eine persönliche Einladung erfolgte. So überträgt sich der Eindruck des Nicht-Willkommenssein in viele Lebensbereiche.

 

Schmerzliche Erlebnisse verbinden sich mit Gewissheiten und Überzeugungen. Gerade wenn wir traumatische Erlebnisse in unserer Vergangenheit hatten, wie Entwicklungstraumata oder Schocktraumata, dann verbinden sich unsere schmerzlichen Erfahrungen nur allzu oft mit bestimmten Überzeugungen. Dort wo unsere Glaubenssätze und die „Realität“ aufeinandertreffen gibt es oft Bruchstellen. Der Filter unserer Denkmuster verhindert, dass wir etwas sehen, wie es ist. Oder wie Anais Nin (franz. Schriftstellerin) es mal formulierte: 

"Wir sehen die Welt nicht wie sie ist, wir sehen die Welt wie wir sind."

3. Das Selbstwertgefühl konnte sich nicht entwickeln  (Anzeichen für ein Entwicklungstrauma)

Das Selbstwertgefühl konnte sich nicht entwickeln, es wurde regelrecht sabotiert, wenn auch wahrscheinlich unbewusst und ungewollt. Das Selbstwertgefühl bildet zusammen mit der Selbstachtung die Grundlage für ein gesundes Selbstbewusstsein und zwar für mich als Mensch, für mein Sein.

 

4. Ich suchte ein Kompensation – einen Ausgleich

Das fehlende Selbstwertgefühl beinhaltet den Glaubenssatz, ich bin nicht erwünscht, das eigene Sein ist nicht erwünscht. Also wird zum Besipiel Leistung erbracht. Wenn ich als Mensch schon nicht willkommen bin, dann wenigstens mein Tun, mein Schaffen, meine Arbeit. So wird versucht durch emsige Betriebsamkeit eine Daseinsberechtigung zu erlangen.

 

5. Weitere Folgen des Entwicklungstrauma

Oft zeigt sich ein Misstrauen in Beziehungen auch wenn Zuneigung und Wertschätzung entgegengebracht werden. Die Erwartung bleibt, wieder enttäuscht zu werden. So wird unbewusst eine Ablehnung erzeugt, die dann zur Bestätigung führt, dass man nicht willkommen ist.

 

Wut begleitet häufig auch die Erfahrung des Nicht-Willkommenseins. Die daraus resultierenden Aggressionen können nach außen aber auch nach innen selbstzerstörerisch gerichtet sein. Insbesondere sorgt auch diese Wut immer wieder dazu, Ablehnung zu erfahren.

 

Es ist nie zu spät, die schlechten Erfahrungen durch neue, gute zu ersetzen

Zum einen dadurch, dass man sich Situationen in denen man sich willkommen fühlt, bewusst macht, die körperlichen Reaktionen spürt und sich mit positiven Glaubenssätzen stärkt wie: „Ich habe das Recht hier zu sein.“ oder „Du bist nicht verkehrt du bist richtig.“. Am besten jetzt gleich damit anfangen.

 

Es ist aber möglich, diese mit der IOPT Arbeit aufzuarbeiten und zu integrieren. Wichtig dabei ist, dass den Betroffenen zunächst bewusst wird, dass ihre Geburt bei Ihnen Spuren hinterlassen hat.

 

Bei einer Selbstbegegnung mit den Worten „ICH – TRAUMA – GEBURT – “erfuhr ich, dass, mein Vater am liebsten ein Loch gegraben hätte um mich rauszuschmeißen.

Das machte mich sehr traurig, da er die letzte winzige Hoffnung war, dass sich jemand auf mich freut. Meine Mutter freute sich nicht auf mich, wollte mich auch nicht, meinen Zwilling habe ich schon verloren und nun mein Vater noch. Ich fing an, an mir zu zweifeln, was ist los mit mir, dass mich keiner mag. Bin ich falsch, bin ich nicht gut genug, was ist verkehrt mit mir? Ich hätte mir so gerne gewünscht, dass mich meine Eltern willkommen heißen, dass sich jemand auf mich freute, meine Mutter, mein Vater oder……überhaupt jemand, aber es war niemand da, der sich auf mich freute, NIEMAND.

 

Die „GEBURT“ entpuppte sich als mein traumatisierter Anteil, welcher im Geburtskanal stecken geblieben ist. Aus vorheriger Aufstellung weiß ich dass, meine Mutter von meiner Geburt überrascht wurde. Für sie war der „Fall“ sozusagen erledigt, da bei einem Abtreibungsversuch ein Zwilling schon abging. Die Geburt kam für sie deshalb überraschend und sie war überhaupt nicht darauf vorbereitet. Ja, das gibt es!

Selbst traumatisiert und schockiert kam Sie ins Krankenhaus und gebar mich mit viel Narkosemittel, so hatte sie Null Erinnerung an den Moment der Geburt und auch an die Zeit danach.

 

Meine Resonanzgeberin für mein „ICH“ sprach sehr geduldig und liebevoll mit mir: Nein, du bist nicht verkehrt, du bist richtig, du bist gut so“: Mein „Ich“ bestand darauf, dass ich die Worte aussprach, wiederholte die Sätze immer wieder, sprach leise und mitfühlend. Das Zwigespräch beruhigte mich enorm, so kam ich immer wie mehr in heilenden Kontakt mit mir selber.

 

"Früher habe ich einen Raum voller Menschen betreten und mich gefragt, ob sie mich mögen. Heute schaue ich mich um und frage mich, ob ich sie mag.“ – Unbekannt.

 

Bis bald wieder!

Inge Schwank

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