Die Facetten meines ICH’s

 

 

Wieviel nehmen wir von einem Menschen überhaupt wahr, vor allem wenn wir vielleicht nur einen Teil von unserem Gegenüber sehen können? Und… geht’s uns dann nicht selber auch so damit? Was wollen wir wem zeigen und wo sitzt unser blinder Punkt?

Welchen Freunden würde ich z.B. meine Ängste und Zweifel anvertrauen, wenn ich sie selber nicht mal wahrhaben will (oder wahrnehmen kann)? Und wenn ich dann tatsächlich «auspacke»: wer würde sich dabei nicht überfordert fühlen?

 

2015 habe ich die Aufstellungen mit dem eigenen Anliegen («Anliegenmethode») von Franz Ruppert entdeckt. Er nennt diese Arbeit auch Selbst- oder Ich-Begegnung.

Das entscheidende Feuer, mich auf diese Arbeitsweise einzulassen, wurde bei mir durch die spürbare Logik oder logisch Spürbarem entfacht. Das hört sich vielleicht gegensätzlich an, ich kann es aber nicht besser beschreiben – es fühlt sich genau so an. 

Verhaltensmuster, Süchte, Ablenkungsstrategien, die eigene Biographie machen auf einmal Sinn und zeigt mir neue Entscheidungswege auf. Entscheide ich mich für's Leben oder Überleben?

Es war gerade die authentische, strukturierte, bodenständige und vor allem emphatische Arbeitsweise von Franz Ruppert, die mich von der Methode überzeugte. Sie macht den Therapeuten zum Begleiter und räumt dem Klienten volle Autonomie ein und das war nicht bei allen Arbeitsmethoden oder Therapien, die ich bisher kennen gelernt habe, der Fall. Genau da hat es bei mir «Klick» gemacht.

 

Mit dieser Ausbildung nahm ich meine eigene Reise zu meinem ICH wieder auf, mit erweiterten Erkenntnissen und Erlebnissen und finde dabei immer wie mehr den Weg zu meiner eigenen Identität zurück. Dabei habe ich neue Menschen kennen gelernt, die mich genau in dieser Lebensphase kennen gelernt haben. Und da schliesst sich der Kreis wieder für mich: Welche Facetten gehören zu mir, zu meinem ICH? Welche habe ich übernommen? Wie siehst du mich, wie kennst du mich?

 

Eins ist auf jeden Fall klar, ich erschliesse neue Ressourcen in mir, nehme auch plötzlich andere Facetten meines Gegenübers wahr und bin deshalb vollkommen motiviert auch bald 2 Jahre nach meiner Ausbildung weiter zu machen. «Anliegen-Aufstellungen» sind definitiv mehr als «sich mit den eigenen Ressourcen zu verbinden» , aber dazu gibt es ja genügend Informationsmaterial. Und wenn du es selber mal ausprobieren möchtest, dann schreibe dich in ein Aufstellungsseminar von mir ein. Du kannst als Resonanzgeber oder Beobachter einfach mal reinschnuppern.

 

Ist dir die Region Basel zu weit oder möchtest du, dass jemand anderes dich dabei begleitet?  Dann hilft dir sicherlich die Empfehlungsliste von Franz Ruppert weiter.

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Kommentare: 3
  • #1

    Inge (Montag, 16 September 2019 13:50)

    Hallo liebe Margrit

    Eigentlich wollte ich gleich nachdem du « Die Facetten meines ICH’s » im August gepostet hattest antworten, aber irgendwie habe ich es immer vor mir hergeschoben.
    Dein Satz « wer kennt mich in welcher Weise und wieviel von mir » blieb mir irgendwie im Gedächtnis hängen. Warum sollte ich dich überhaupt kennen und in welcher Weise und wieviel soll ich von dir wissen? Ich kenn mich doch selber nicht einmal – war einfach mein spontaner Gedanke.
    Nun ja, ich empfinde mich nicht gerade als jemand der „nur“ zu deinem sozialen Netzwerk gehört, sondern habe auch eine « reale Beziehung » mit dir.
    Ich kenn dich aber so gut, dass ich entschlossen habe, “mich“ mit deiner Hilfe kennenzulernen. Nicht nur, weil du die emphatische, strukturierte, bodenständige Methode Rupperts übernimmst, welche genau die Methode ist die ich suchte und fand oder umgekehrt die Methode kam zu mir ich weiß es nicht, sondern weil ….weil ich es einfach nur mit dir machen will.
    Ich kenne dich als Begleiter, als Freundin vielleicht, die mir auf meinem Weg mich kennenzulernen zur Seite steht. Auch wenn ich auf meinem Weg in eine Sackgasse gehe und du siehst und weißt es, du lässt mich gehen, begleitest mich dabei, nimmst dir Zeit, viel Zeit bis ich dann selber merke wo ich gelandet bin und einsehe „ich selber“, dass ich mich verrannt habe, obwohl du mir vorher, auf meine Fragen hin schon den richtigen Weg erklärt hast und obwohl ich ihn auch (theoretisch) wusste, habe ich doch die Sackgasse genommen. Hinterher habe ich mich geärgert wie blöd ich doch war, ich wusste, dass es falsch war und du hattest es mir gesagt und ich habe es trotzdem gemacht. Warum? ich habe sie genommen, weil es in meinem ¨Überlebensanteil-Denken, meiner Traumablindheit » richtig und logisch war. Ich musste die Sackgasse nehmen um zu verstehen, dass sie falsch war. Und dieses „Verstehen“ geht nicht alleine, es geht nur mit Begleitung. Alleine kann ich dieses logische Verstehen nicht in eine „Gefühlsebene“ zu bringen.
    Theoretisch denke ich bin ich fit, von Stephen Cope dem Klassiker bis, A.Miller, Freud und Ruppert auf und ab alles da, aber « ins Gefühl zu kommen » hat mir noch keiner gezeigt, das lernt man nicht in Büchern. Ins Gefühl zu sich selber zu kommen. Dazu muss man ja erst einmal herausfinden, wie das geht, Gefühl ja, aber auch für sich selber,…… nicht so einfach.
    Aber dann ist da noch dein Satz bei mir hängenblieben, „wer kennt mich in welcher Weise und wieviel von mir“. Ich kenne dich soweit, dass ich weiß, dass du deine Biographie angesehen hast und noch weiter anschaust, denn nur – meine Meinung- , wer sich selber „checkt“, hat die Möglichkeit so emphatisch, authentisch, strukturiert und bodenständig jemanden zu begleiten wie du es tust. Vielleicht kenne ich dich auch ein wenig, ich denke schon?
    Ja ich mache mein Ding und das kann ansteckend sein für andere und dort passieren die « kleinen Wunders des Alltags »weil die Lösung dann auf einmal da ist und man sich davor gar keine Lösung hätte ausdenken können (betriebsblind!), danke für diesen Tip, Margrit, und genauso ist es.
    Nach dem letzten Seminar am Samstag bei welchen ich wieder einen kleinen Schritt weiterkam, einen kleinen Schritt auf dem « richtigen Weg » freue ich mich nun auf den nächsten kleinen Schritt oder großen Schritt………... nein lieber einen kleinen Schritt, damit ich nicht wieder in Gefahr laufe in eine Sackgasse zu gehen.
    Freue mich auf den nächsten

  • #2

    Inge (Montag, 16 September 2019 13:51)

    Freue mich auf den nächsten Schritt
    Viele Grüsse Inge

  • #3

    Margrit (Dienstag, 17 September 2019 12:17)

    Vielen Dank Inge, für dein Mit-Teilen von Erfahrungen, Gefühlen und Erlebtem. Ich staune selber immer wieder, wieviele Aspekte man während der Begleitung (gerade bei Einzelsitzungen) von einem Menschen mitlebt. Diese gemeinsame Erfahrung verbindet, deckt auf und entlastet zugleich.
    Man selber lebt ja oft jahrelang mit einem Verhaltensmuster, merkt es gar nicht, macht eine Aufstellung - es macht klick! - und auf einmal kommt eine ganze Informations-Gefühlskettenraktion dabei raus - und man kann damit aufhören das Verhaltensmuster (oder auch Körpersymptome) weiter zu leben/kultivieren. Solche Prozesse bringen Erleichterung, nicht nur für sich selber, sondern auch für Beziehungen und Freundschaften. Man braucht sich nichts mehr vorzumachen, weil ja alles klarer und authentischer wird und sich auf einmal Empathie und Identität in das entstandene Vakuum ausbreiten kann (neue Lösungen werden möglich, Trigger fallen weg etc...).
    Das ist natürlich nicht immer leicht, weil wir ja in all den Jahren richtig dicke Schutzwände (die zeigen sich übrigens nicht nur als "Wand") aufgebaut haben und dahinter Sicherheit, Stabilität und "Stärke" gefunden haben. Wer will den schon schwach sein - oder weniger stark werden? ...diese Prozesse sind nicht immer einfach auch wenn der Kopf schneller will, als in Realität möglich ist.
    Das braucht wiederum Empathie sich selber gegenüber und genau dieser Prozess zeigt sich immer wieder als Knacknuss (da könnte ich wieder ein ganzes Kapitel drüber schreiben �!).
    Kurzum - ich freue mich auf diesen Tag, wo du - liebe Inge - bei meiner eigenen Aufstellung dabei sein kannst. Ich vermisse das manchmal schon, mich mir nahe stehenden Menschen auch mal von einer (sogar mir verborgenen) Seite zeigen zu dürfen - und unterdessen bist du das für mich, ganz klar, geworden.
    Liebe Grüsse - Margrit