Zensur auf Margrit's Blog - oder: «Wenn das Leben dir eine Zitrone gibt, dann nimm sie und mach Limonade daraus»

Ja!.. Ich gebe es zu: Diesen weisen Spruch habe ich euch im letzten Blog «Sein oder Nicht-Sein» von Sylvia «vorenthalten». 

Mehr noch - ich habe sogar eine ganze Textpassage «zensuriert».

 

Nein, ein schlechtes Gewissen hatte ich nicht. Ich wusste einfach, dass ich mit Sylvia hart verhandeln würde, damit sie dieser Zensur «zustimmen» könnte, aber schon nach nur einer Stunde telefonieren hatten wir den gemeinsamen Nenner dann doch gefunden. 

Also haben wir beschlossen, unserem «Behind the Scenes» -Szenario einen Blog-Eintrag zu widmen, weil sich anhand dieses Beispiels eine typische Überlebensstrategie (Verhaltensmuster) so gut aufzeigen lässt.

 

Vielleicht könnt ihr euch noch erinnern? Es ging um Sylvia's Erfahrungen in ihrem Elternhaus und die waren ja bekanntlich nicht so toll. Sie wollte euch eigentlich mit folgendem Satz auffordern, den Blog zu kommentieren: 

«Hat sich für Euch auch aus einer nicht so schönen Erfahrung im Nachhinein etwas Positives ergeben? Oder habt ihr auch aus einer Krise heraus neue Stärken oder Talente an Euch entdeckt?»

 

Grundsätzlich bin auch Sylvia’s Meinung: Talente und Stärken (wie auch Blockaden) entwickeln sich sehr oft auch aus negativen Erfahrungen heraus. So zumindest zeigt sich dieser Aspekt in der Arbeit mit der Anliegenmethode. 

 

Da nun jedes «Grundsätzlich» nach einem «Aber» verlangt, hier gerne mein «Aber…»: 

Die eigene schmerzhafte Erfahrung lässt sich mit «positivem Denken» natürlich viel besser ertragen. Dagegen spricht auch nichts, denn dieser Impuls ist völlig natürlich und vor allem wird mit einer positiven Einstellung das Leben zum Teil viel erträglicher.  Auf diese Weise wird das «ICH-Sein» wollen (die Suche nach der eigenen Identität) mit einer Überlebensstrategie vermischt.

 

Je nach Thematik kann diese Haltung bis zum Täterschutz gehen – im Grunde eine «edle» Geste, Täter waren ja schliesslich auch mal Opfer – aber die Gefahr ist dabei gross, die eigene Opferschaft zu ignorieren oder sogar abzulehnen und damit das eigene traumatisierende Erlebnis auszublenden und so wiederum sein wahres ICH zugunsten des Täters zu opfern. 

 

Die eigene Opferschaft (das Ereignis, was mit mir passiert ist) anzuerkennen, ist jedoch ein wichtiger Prozess bei der Trauma-Bearbeitung und was das bedeutet, nehmen wir vielleicht auch mal in einem der nächsten Blog-Beiträge  auf...oder vielleicht hast du - lieber Leser oder liebe Leserin - Lust, über deine eigenen Erfahrungen zu erzählen? 

 

Diesmal werde ich nichts zensurieren – versprochen! 😉

Liebe Grüsse Margrit

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